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Ein bisschen Kultur schadet nie…

Vermutlich haben 3/4 von euch bei dieser Überschrift diese Seite schon wieder geschlossen. Für die, die ich noch nicht verschreckt habe: Keine Angst, es hält sich in Grenzen!

Vor ein paar Wochen war ich in meiner Heimatstadt Dannenberg und Umgebung unterwegs und hab ein paar Bilder gemacht und will euch ein bisschen was zu diesen Bildern erzählen.

Über Weihnachten bin ich 2einhalb Wochen zuhause und werde dann auch den Rest des Wendlandes (nicht nur Dannenberg ;)) mal ein bisschen näher beleuchten.


IMG_4574Dieses Schild steht vor der Straßenbrücke über die Elbe in der Nähe von Dömitz. Die Elbe bildete hier vor der Wiedervereinigung gleichzeitig auch die Grenze zwischen BRD und DDR.

Diese Schilder, welche an die Wiedervereinigung bzw. die Situation, wie sie vorher war, erinnern sollen, stehen an jedem ehemaligen Grenzübergang z.B. auch an den ehemaligen Übergängen Lübbow-Salzwedel und Bergen (Dumme)-Salzwedel.

Das Besondere an dem Schild ist folgendes: Die Grenze war zwar ab dem 07.12.1989 geöffnet, die Elbbrücken (Bahn sowie Straße) sind jedoch im zweiten Weltkrieg durch einen Luftangriff zerstört worden. Somit war eine Überquerung der Elbe vorerst nur per Fähre möglich.

Die Eisenbahnbrücke (welche übrigens oben im Header zu sehen ist) ist leider bis heute noch nicht wieder instandgesetzt. Lediglich das Teilstück auf niedersächsischer Seite steht noch und wurde unter Denkmalschutz gestellt. Sie war Teil der Bahnstrecke Wittenberge-Lüneburg und gab einem so die Möglichkeit vom Wendland aus bis nach Hamburg oder Berlin mit dem Zug zu fahren. Versuche von verschiedenen Organisationen und Privatmenschen, die Brücke wieder instand zu setzen (zu lassen) sind leider bis jetzt gescheitert.

Die neue Straßenbrücke, die auf dem Bild im Hintergrund zu sehen  wurde neu erbaut und ist Ende Dezember 1992 eröffnet worden. Seitdem ist es möglich, vom Wendland bis nach Schwerin, Berlin oder hoch an die Ostsee zu fahren.


IMG_4579Das ist der Waldemarturm, er steht in Dannenberg auf dem Amtsberg. Früher stand dort eine ganze Burg. Diese wurde jedoch im Laufe der Zeit abgerissen.

Namensgeber für diesen Turm war König Waldemar II., der dort 1223 bis 1224 gefangen gehalten wurde.

Das hintere Gebäude beherbegt heute das Amtsgericht Dannenberg. Früher hatte dort u.a. die Kreisverwaltung ihren Sitz.

Der Waldemarturm ist zusammen mit der St.-Johannis-Kirche eins der Wahrzeichen von Dannenberg und sie prägen die Silhouette von Dannenberg.

Im Waldemarturm ist heutzutage ein Museum über die Elbtalaue und das Wendland. Ganz oben im Turm hat man eine richtig gute Aussicht  über Dannenberg. Und kurz vorm Waldemarturm sind auch die Dannenberger Eisdiele (Eiscafé del Pizzo) und das Einstein (1a Pizzabrot mit Käse überbacken ♥). Also auf jeden Fall einen Besuch wert!


IMG_4582Hier seht ihr das, wofür das Wendland wohl am Besten bekannt ist: den Widerstand gegen das Atommülllager Gorleben.

Dieser hat eine lange Vorgeschichte, die ich euch an geeigneter Stelle noch näher bringen möchte.

Auf dem Bild seht ihr u.a. ein X, das aus Gleisen gebildet wurde und auch auf zwei Gleisen steht. Das versinnbildlicht die Kunst der Wendländer, sich an Schienen festzuketten, auf denen die Castor-Behälter (also der Atommüll) ins Wendland gerollt kommen, um so das Ganze in die Länge zu ziehen (nein, ganz verhindern kann man den Transport leider trotzdem nicht).

Vielleicht kennen einige auch den Verladekran in Dannenberg (dort tummelt sich bei den Castor-Transporten immer die ganze Presse). Dort werden die Castor-Behälter auf LKWs umgeladen, um die letzten 25km bis zum Zwischenlager Gorleben auf der Straße zurückzulegen, wo sie dann in ein Gebäude verladen werden. Die meisten glauben fälschlicherweise, dass diese unterirdisch im Salzstock Gorleben gelagert werden. Nein, sie stehen „nur“ in einer Halle und warten darauf, dass  sie irgendwann mal in ein Atommüllendlager verlagert werden. Das ist aber ein anderes Thema…

Auf jeden Fall seht ihr auf dem Bild auch eine gelbe Beton-Pyramide. Auch diese ist ein gern gesehenes Mittel, um spontan den Transport zu blockieren. Entweder auf der Schiene (wie z.B. 2011 in Hitzacker) oder aber auf der Straße auf den oben genannten letzten 25km (wie z.B. 2008 in Grippel).

Im Hintergrund ist noch ein Wegweiser mit der entsprechenden Entfernung zu den bedeutsamsten Orten im Zusammenhang mit der Anti-Atomkraft-Bewegung (z.B. AKW Krümmel, Fukushima, Gorleben, Asse II).

Dieses Mahnmal steht in Dannenberg in der Nähe des Schlossgrabens.


So, das war’s für dieses Mal. Nächstes Mal gibt es, wie versprochen, auch Bilder aus dem Rest des Wendlands!

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